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Drei Praxisanleiterinnen des kbo-Inn-Salzach-Klinikums mit Landespreis ausgezeichnet

Große Anerkennung für die Pflegeausbildung am kbo-Inn-Salzach-Klinikum: Beim bayernweiten Wettbewerb des Bayerischen Landesamts für Pflege wurden zwei Projekte aus der psychiatrischen Ausbildungspraxis des Klinikums prämiert. Die Auszeichnung würdigt Ideen, die die praktische Ausbildung in der Pflege nachhaltig stärken und unmittelbar spürbare Verbesserungen im Lernalltag bewirken. Die beiden prämierten Konzepte überzeugten die Jury insbesondere durch ihre hohe Praxisnähe und ihren konkreten Nutzen für Auszubildende. Jeder Preis ist mit 10.000 Euro dotiert – eine deutliche Wertschätzung für die engagierte Arbeit der Praxisanleiterinnen am kbo-ISK.

Praxisnahe Vermittlung von Sicherheit für akute Situationen

Im ausgezeichneten Projekt von Andrea Lipp und Rosina Wagner, beide Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Praxisanleiterinnen, geht es um ein sensibles Thema im psychiatrischen Arbeitsfeld: Wie können Auszubildende sicher und professionell auf hochakute Situationen vorbereitet werden, etwa das Richten eines Fixierbettes? Das Konzept erstreckt sich über mehrere Tage, kombiniert unterschiedliche Lernmethoden wie Coaching, Recherche- und Lernaufgaben und bietet zugleich einen geschützten Raum, um Ängste und Unsicherheiten offen anzusprechen. Ein zentrales Element ist die Selbsterfahrung, die den Auszubildenden hilft, die Perspektive Betroffener besser zu verstehen. „Ziel war, Auszubildende nicht erst im Ernstfall mit einer solchen Situation zu konfrontieren, sondern ihnen vorab ausreichend Sicherheit, Wissen und Haltung zu vermitteln.“, erklärt Lipp. Wagner ergänzt: „Die Rückmeldung nach den Anleitungen ist durchweg positiv und zeigt und, wie wichtig diese Vorbereitung ist.“

Ein Wimmelbild als Lernwerkzeug

Das zweite ausgezeichnete Projekt stammt von Praxisanleiterin Eva Ecklmaier. Sie entwickelte ein Konzept zur Unterstützung von Auszubildenden mit Migrationshintergrund und Sprachbarrieren. Kernstück ist ein selbst gestaltetes Wimmelbild, das typische Gegenstände der Pflege zeigt. In der Anleitung ordnen die Auszubildenden spielerisch Begriffe zu, üben Aussprache, bilden einfache Sätze und erarbeiten anschließend gemeinsam Abläufe wie Bettwäschewechsel oder Blutzuckerkontrolle. „Viele junge Menschen trauen sich zu Beginn kaum, selbstbewusst Deutsch zu sprechen. Wenn Sprache zur Hemmschwelle wird, leidet auch die Fachlichkeit. Das Konzept nimmt diese Hürde niederschwellig.“, sagt Ecklmaier. Die Methode ist universell einsetzbar, kostenarm und lässt sich sowohl stations- als auch berufsübergreifend anwenden.

Pflegedienstleiter Dr. Mathias Weichselgärtner, verantwortlich für die Pflegeentwicklung am kbo-ISK, betont die Bedeutung der Auszeichnung: „Diese Projekte zeigen eindrucksvoll, wie innovativ, reflektiert und nah an der Praxis unsere Praxisanleitung arbeitet. Sie schaffen Lernräume, in denen Auszubildende fachlich wachsen und gleichzeitig Selbstvertrauen entwickeln. So leisten wir einen entscheidenden Beitrag, die künftige Qualität in der Pflege zu sichern. Und dass diese Konzepte zusätzlich zum Tagesgeschäft entstanden sind, verdient nochmal besondere Anerkennung.“ Auch Pflegedirektorin Kerstin Weinisch würdigt das Engagement: „Pflegeausbildung lebt von Menschen, die mit Herzblut und pädagogischer Kompetenz begleiten. Dass unsere beiden eingereichten Projekte prämiert wurden, ist ein starkes Zeichen für die Qualität unserer Ausbildung und die Kreativität unserer Praxisanleiterinnen.“

Neue Ideen bereits in den Startlöchern

Alle drei Preisträgerinnen arbeiten bereits an weiteren Konzepten, um die Ausbildung am kbo-ISK kontinuierlich weiterzuentwickeln – von neuen Lernaufgaben im palliativen Bereich bis hin zu ergänzenden Methoden für die Vermittlung komplexer pflegerischer Situationen. Auch digitale Lernformate sollen künftig eine größere Rolle spielen. „Unsere Stärke ist, mit einfachen Mitteln das bestmögliche Lernumfeld zu schaffen.“, sagt Ecklmaier. „Und wir wollen weiterhin Konzepte entwickeln, die Auszubildende wirklich stärken und ihnen Sicherheit für ihren Berufsalltag geben.“ Die Auszeichnung ist für das gesamte Team ein wichtiger Ansporn, die Praxisanleitung am kbo-ISK auch künftig innovativ und zukunftsorientiert zu gestalten.

Über den Wettbewerb

Der Wettbewerb des Bayerischen Landesamts für Pflege (LfP) richtet sich jährlich an Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter in ganz Bayern. Ziel ist es, innovative Konzepte aus der generalistischen Pflegeausbildung sichtbar zu machen, die den Theorie-Praxis-Transfer stärken und Auszubildende bestmöglich auf die Anforderungen des Berufs vorbereiten. Ausgezeichnet werden Projekte, die pädagogisch fundiert, praxisnah sowie nachhaltig umsetzbar sind und messbar zur Verbesserung der Ausbildungsqualität beitragen. Jedes prämierte Konzept wird mit 10.000 Euro gefördert. Die Jury bewertet sowohl die fachliche Qualität als auch den Mehrwert für Auszubildende, die Innovationskraft und die Übertragbarkeit auf andere Einsatzbereiche. Die Prämierung gilt bayernweit als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Praxisanleitung, weil sie die zentrale Rolle der Anleitung in der Pflegeausbildung hervorhebt und Einrichtungen motiviert, kreative Ideen strukturiert weiterzuentwickeln.