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„Panikattacke“ auf Google: Was steckt hinter dem Suchbegriff?

Als Suchbegriff auf Google rangiert der Begriff „Panikattacke“ in den Top Ten der Gesundheitsthemen, nach denen die Deutschen 2025 die Suchmaschine gefragt haben. Ein Zeichen für wachsende Verunsicherung? Im Interview erklärt Prof. Dr. med. Peter Zwanzger, Ärztlicher Direktor am kbo-Inn-Salzach-Interview, was Panikattacken sind, warum sie häufiger gegoogelt werden und wie Betroffene und Angehörige wirksame Hilfe finden.

Panikattacke gehört zu den meistgesuchten Gesundheitsbegriffen 2025. Lässt sich daraus Unsicherheit ableiten?
Hier müssen wir direkt etwas weiter ausholen: Ein deutlicher Anstieg von Suchanfragen nach dem Begriff „Panikattacke“ kann ein Hinweis darauf sein, dass mehr Menschen Symptome erleben oder sich Sorgen machen. Es spiegelt vermutlich ein erhöhtes Informationsbedürfnis wider, eine Unsicherheit im Umgang mit körperlichen Symptomen und Angstreaktionen und/oder den Wunsch, Symptome zu verstehen und einzuordnen. Allerdings: Die Häufigkeit der Suchanfragen allein genügt natürlich nicht als wissenschaftlicher Beleg. Und den Bogen zu einem steigenden Gefühl der Unsicherheit in unserer Gesellschaft lässt sich als alleiniger Indikator daraus auf seriöse Art und Weise nur schwerlich spannen. Es gibt jedoch Studien und Umfragen, die zeigen, dass zumindest ein Teil der deutschen Bevölkerung heute ein verstärktes Gefühl von Unsicherheit zu haben scheint. Wie stark dieses Empfinden zu- oder abnimmt, hängt allerdings stark davon ab, wie „Unsicherheit“ definiert ist.

Was ist eine Panikattacke? Wie äußert sie sich körperlich und psychisch? Wann ist sie krankhaft?
Eine Panikattacke ist eine abrupt einsetzende, sehr intensive Angstreaktion ohne reale äußere Gefahr. Körperlich kommt es zu Herzrasen, Atemnot, Zittern, Hitzewallungen, Schwindel oder dem Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden. Psychisch erleben Betroffene massive Angst, Kontrollverlust oder sogar Todesangst. Viele Menschen haben im Leben einmal eine Panikattacke. Krankhaft wird es, wenn die Attacken wiederholt auftreten, der Alltag eingeschränkt wird oder Situationen aus Angst vermieden werden – dann sprechen wir von einer Panikstörung.

Ist Google der richtige Ratgeber? Wo finden Betroffene seriöse Hilfe?
Sich mit einer psychischen Ausnahmesituation auseinanderzusetzen, sich bewusst zu machen, dass eventuell etwas nicht ganz stimmt, ist zunächst mal ein wichtiger und richtiger Schritt. Denn die meisten Erkrankungen lassen sich gut behandeln – so auch Angst- und Panikstörungen – sofern sie erkannt und eben auch behandelt werden. Google kann ein Einstieg sein, ersetzt aber keine fachliche Diagnostik. Entscheidend ist die Qualität der Informationen. Seriöse Anlaufstellen sind zum Beispiel die Seiten der Deutschen Angstselbsthilfe, das Informationsportal psychenet oder Fachgesellschaften wie die DGPPN. Es sollte immer ärztlich abgeklärt werden – besonders wenn körperliche Symptome im Vordergrund stehen – ob eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen werden kann und ob beispielsweise eine Verhaltenstherapie angebracht ist.

Nehmen Panikattacken zu? Wenn ja, warum?
Wir sehen tatsächlich eine leichte Zunahme von Angststörungen in den letzten Jahren. Gründe dafür sind vielfältig: steigender Alltags- und Arbeitsstress, soziale Unsicherheiten, anhaltende Belastungen nach der Pandemie, aber auch eine höhere Sensibilität für psychische Gesundheit. Viele Menschen neigen stärker zu Erschöpfung, reagieren schneller auf innere oder äußere Belastungen – und das begünstigt Angstreaktionen. Zugleich spricht die gestiegene Offenheit über psychische Themen dafür, dass Symptome heute früher erkannt werden. Schlichtweg, weil die Menschen darüber sprechen, sich Hilfe suchen und nicht alles mit sich selbst ausmachen. Das ist im Grunde ein erfreulicher Trend.

Wie können Panikattacken und Angststörungen behandelt werden? Sind sie heilbar?
Panikattacken und Angststörungen im Allgemeinen sind wie gesagt sehr gut behandelbar. Am wirksamsten ist die kognitive Verhaltenstherapie, bei der Betroffene lernen, körperliche Signale richtig zu deuten, Angstsituationen schrittweise zu bewältigen und die Angstspirale zu durchbrechen. Bei schweren Verläufen können auch moderne, nicht-abhängigmachende Medikamente eingesetzt werden. Die meisten Patientinnen und Patienten werden im Zeitverlauf vollständig symptomfrei oder erleben eine deutliche Besserung – die Prognose ist insgesamt sehr gut.

Wie können Angehörige damit umgehen? Gibt es Unterstützung?
Für Angehörige sind Panikattacken erstmals oft belastend, weil die Symptome sehr bedrohlich wirken können. Wichtig ist zu wissen, dass sie jedoch in aller Regel binnen weniger Minuten von selbst wieder verschwinden. Hilfreich sind vor allem Ruhe, Verständnis und das Wissen, dass die Attacke zwar extrem unangenehm, aber nicht gefährlich ist. Angehörige sollten Betroffene ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, sich aber nicht selbst überlasten. Es gibt eigene Beratungsangebote und Selbsthilfegruppen für Angehörige, die Entlastung und Orientierung bieten. Manche Kliniken und Praxen bieten zudem Gespräche an, in denen Angehörige lernen können, die Erkrankung besser einzuordnen.